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#8 Erlebnisse in Montreal

Aktualisiert: 29. Dez. 2022

Wir sind in unserer ersten Woche in Montreal natürlich nicht nur dem offiziellen „Touristen-Programm“ gefolgt. Ab dem Zeitpunkt, in dem wir unseren Aufenthalt vom Hotel in der Nähe des Flughafens in die innere Stadt verlegten, erlebten wir auch viele kleine spannende Überraschungen und hatten wirklich schöne Momente.

Fahnen: Staat Kanada, Provinz Quebec & Stadt Montreal

Die ersten beiden erwarteten uns direkt bei der Ankunft in dem Stadtbezirk „Westmount“, wo wir ein Privatzimmer gebucht hatten. Nach einer sehr hügeligen Anfahrt (Straßen erinnern sehr an San Francisco!) hielten wir in einer Straße über unserer Unterkunft an. Wir hatten bereits vorab von unserer Gastgeberin erfahren, dass ein Parken in der Straße direkt vor dem Haus nicht möglich sei und wir aber in der Straße darüber unsere Bikes abstellen konnten. Also hielten wir dort am Straßenrand an. Andreas schaute zu Fuß runter um sich die Gegend vorab ansehen, wo wir uns mit unseren Bikes zum Abladen kurz hinstellen könnten. Kerstin sah sich um und wurde als erstes von etwas großem und grauen begrüßt: einem Eichhörnchen!

In Kanada gibt es im Gegensatz zu anderen Orten auch graue Eichhörnchen!

Keine zwei Minuten nachdem Kerstin mit den Bikes allein auf der Straße stand, kam bereits ein gut gelauntes Paar mittleren Alters vorbei. Sie unterbrachen ihren Spaziergang und blieben stehen, um sich die Bikes anzusehen und sich zu erkundigen, woher wir kommen. Die zwei waren total angetan von unserer Reise und erzählten auch gleich, dass sie sogar Österreich und insbesondere Wien kannten und sogar noch Verwandte in Österreich hätten. Und sie überraschten Kerstin sehr, denn sie boten an, dass die Bikes in ihrer Garage ein paar Straßen weiter gratis untergestellt werden könnten. Denn in den nächsten Tagen sollte es nochmals Minusgrade geben und es wäre doch schade um die Bikes! Als Andreas zurückkam, begrüßte ihn Kerstin mit den Worten: „Ich hab‘ eine Garage für uns organisiert!“

Auch Andreas war sehr überrascht und freute sich darüber. Gemeinsam folgten wir dem Paar, dass uns die Garage zeigte und uns nochmals überraschte. Denn: sie stellten ihr eigenes Auto heraus und überließen uns die Garage komplett allein!

>> Wenn ihr dies hier lest: DANKE nochmals dafür! <<



Gut gelaunt fuhren wir also runter in die Straße von unserem Privatzimmer, um unser Gepäck abzuladen. Einen sichereren Ort hätten wir kaum finden können: direkt daneben als Nachbarn befanden sich nämlich eine Polizeistation und die örtliche Feuerwehr!

Als diese uns, die Bikes und unser Gepäck auf der Straße sahen, winkten sie uns ebenfalls zu und die Jungs der Feuerwehr boten uns ebenfalls einen Garagenplatz an – direkt neben den Einsatzfahrzeugen! Dieses Angebot mussten wir jedoch ablehnen, da wir bereits zur anderen Garage zugesagt hatten.


Beim Zurückfahren zu besagter Garage passierte uns auch schon das erste Missgeschick. Noch ganz verwirrt von den fremdsprachigen und andersfarbigen Verkehrszeichen, übersahen wir die Zeichen der Einbahnstraße und dass wir nicht den gleichen Weg zurückfahren konnten, den wir gekommen waren. Wir konnten jedoch noch rechtzeitig abbremsen. Direkt daneben stand auch schon eine Polizeistreife. Die Polizisten begrüßten uns freundlich, grinsten und zeigten einfach mit dem Finger in der Luft kreisend, dass wir in die andere Richtung zeigen sollten! Also ein richtig freundlicher Empfang, den wir so nicht erwartet hätten!





Wirklich Glück hatten wir auch mit unserer Gastgeberin. Eine aufgeschlossene fröhliche und sehr sympathische Studentin, die uns mit etlichen Tipps weiterhalf und uns sogar die einzelnen (für uns teilweise sehr komischen) Verkehrszeichen erklären konnte und uns somit nicht nur eventuelle Strafmandate, sondern auch viele mögliche Unfälle ersparte!

Eines teilten wir auf jeden Fall mit ihr: die Leidenschaft für Motorräder! Allerdings hatte ihr Modell eindeutig den stärkeren Motor als unsere Bikes: Lego BMW M 1000 RR!



Nicht nur unsere Gastgeberin, sondern auch ihre Freunde waren sehr sympathisch. Es war interessant zu erfahren, wie es ist, in Montreal bzw. Kanada zu leben, wenn man von woanders kommt. Einige ihrer Freunde stammen wie sie ursprünglich aus der Türkei und kannten somit auch Österreich und Europa.


Bei einer für uns unerwarteten Einladung am Karsamstag zu einem Ramadan-Dinner anstatt unserer üblichen Osterjause bekamen wir die Gelegenheit, uns mit ihnen über die einzelnen Traditionen, Gebräuche, Religionen und das Leben an sich auszutauschen und stellten fest, wie ähnlich doch viele Dinge sind, obwohl angeblich so verschieden wären.



Wir lernten auch viel Neues (zB. über die Zubereitung von Baklava) und auch Lustiges: zB. dass das auch in Österreich gebräuchliche Wort „Hoppala!“ eigentlich aus dem Türkischen stammt und in beiden Ländern auch ganz gleich verwendet wird!




Nicht nur beim Dinner auch unter Tags konnten wir kulinarisch viel in Montreal zu entdecken. Neben der schon erwähnten und beschriebenen Poutine, gibt es zB. noch das berühmte Smoked Meat in Montreal. Wir wollten eigentlich noch die Brauerei-Tour machen – aber das berühmte Spiel: Anfang April gab es diese leider noch nicht!


Unsere Gastgeberin machte uns auch noch auf etwas Spezielles aufmerksam: Pouding Chômeur (bedeutet übersetzt soviel wie: „Pudding des armen Mannes“). Dies ist eine Art Brot (für uns war es unserem Biskuitteig sehr ähnlich), das mit sehr viel Ahornsirup gegessen wird. Wirklich köstlich!


Fotos: 1.) Poutine in verschiedenen Varianten 2.) Pouding Chômeur


Ahornsirup findet man hier wirklich überall. Bei einem Besuch am Atwater Markt kamen wir aus dem Staunen teilweise nicht heraus. Neben den üblichen Gemüse-, Käse- und Fleischsorten fanden wir auch etliche Rezepturen von Käse, eingelegtem Fleisch, Marmeladen usw. mit – richtig geraten! – Ahornsirup!

Auch hier konnten wir etwas Neues kosten, das es bei uns nicht gibt: Maple Cones. Das sind kleine Eistütchen gefüllt mit „Ahorn-Toffee“ (also eher festem kühlen/ geeisten Ahornsirup). Schweren Herzens mussten wir den Markt leider ohne viel Gepäck verlassen, da das Packmaß auf unseren Bikes leider sehr beschränkt ist. Aber wir haben uns vorgenommen, viele der dort gesehenen Produkte irgendwo zwischendurch auf der Reise noch zu probieren.


Wir bekamen auch den Tipp einmal bei einem „shugar shack“ Halt zu machen. Dies sind Hütten, die von den Ahornbauern betrieben werden, bei denen Verkostungen stattfinden und man dort ganze Gerichte mit Ahornsirup essen kann. Also auch zB. Steaks, Würstel etc. – alles mit Ahornsirup! Wer weiß – vielleicht stoppen wir ja mal, wenn so etwas direkt auf unserer Route liegt! Dann erzählen wir euch, wie es geschmeckt hat!



Fotos: Besuch beim Atwater Markt mit Verkostung von "Maple Toffee"


Neben den vielen kanadischen Köstlichkeiten mussten wir natürlich auch mal die örtlichen Supermärkte besuchen. Und siehe da: Österreich lässt grüßen! Neben den üblichen Mozartkugeln, die man anscheinend überall bekommt, gab es auch noch etwas anderes. Bei den ganzen Mannerschnitten-Packungen haben wir auch eine uns wohl bekannte Zitronenschnitten-Packung mit deutscher Schrift gefunden!


Neben dem vielen guten Essen sollte man aber die Bewegung nicht vergessen. Und so gelangten wir bei einem etwas längeren „Spaziergang“ (am Ende waren es doch rund 16 km!) durch die Viertel auch auf den Mont Royal. Dort oben am (für uns) Hügel befindet sich sogar ein nettes Gipfelkreuz! Weiters ist dort ein riesiger Friedhof, der von den Einheimischen auch als Lauf- und Trainingsstrecke genutzt wird. Einerseits, da richtige asphaltierte Straßen durchgehen und andererseits da er direkt an ein Erholungsgebiet bzw. einen Park angrenzt. Sehenswert ist er ua. auch, da hier nicht nur die ersten Siedlerfamilien ihre Ruhestätte haben, sondern da er anscheinend für alle Religionen offen ist. Die Unterschiedlichkeit zwischen den einzelnen religiösen Grabstätten könnte nicht größer sein – und trotzdem haben dort alle eines gleich: ihre letzte Ruhestätte.

Vom Park aus hat man auch teilweise einen unvergleichlichen Ausblick auf die Stadt hinunter. Es befindet sich dort auch der „Castor Lake“ – eine Art künstlich angelegter See, der im Winter als Eislaufplatz dient, aber kein Badesee ist. Man kann jedoch rundherum überall picknicken. Richtig idyllisch!





Durch unsere Gastgeberin kamen wir auch noch in ein etwas anderes Stadtgebiet. Und zwar eine ehemalige Industriezone. Interessant ist, dass die Stadt Montreal vor einigen Jahren beschlossen hatte, dass Industriebetriebe nur noch in den Außenbetrieben angesiedelt sein dürfen. Die ehemaligen Gebäude in der aufgelassenen Industriezone werden jetzt nach und nach in Wohnhäuser umgewandelt. Typisch für diese Gegend sind auch die außen angelegten Treppen anstatt der Stiegenhäuser im Inneren. Dies führt darauf zurück, dass man Steuern nur für die Wohnfläche zu zahlen hatte und außen liegende Stiegen nicht zur Wohnfläche zählten. Wären diese innen angelegt, dann jedoch schon! Die Häuser und ihre Stiegen (teilweise bis in den 4. Stock) sind wirklich sehenswert, da es kaum zwei gleiche Häuser gibt!



Bei dem Spaziergang haben wir auch noch etwas Wichtiges gelernt. Es fing an leicht zu stürmen und die Blätter wurden in richtig perfekten Kreisen/ Strudeln herumgewirbelt. In Montreal ist dies ein eindeutiges Zeichen, dass es kurz danach anfängt zu regnen! Also: Acht geben auf Blätter, die in Kreisen fliegen!



Für ein etwas anderes Problem als das Wetter haben wir in Montreal auch noch eine praktikable Lösung gefunden.

Grundsätzlich haben hier fast alle Shops/ Restaurants Gratis-Wlan. Wenn man jedoch auf der Straße unterwegs ist und einen Routenplaner benötigt, ist man oft trotz heruntergeladener Offline-Karten auf aktuelle Infos (wie zB. Straßensperren und Umleitungen) angewiesen.

Alle, die sich schon einmal mit dem Thema Kanada und Telefon auseinandergesetzt haben, wissen, dass Internet- und Telefongebühren relativ teuer sind. So bekommt man zB. für ein Wertkartenhandy InternetTarife angeboten mit zB. 500 MB für 15 CAD netto (noch ohne Umsatzsteuer und provinzabhängiger Abgabe)! Ja – richtig, es gibt auch noch MB-Tarife hier! Und wenn man nicht aufpasst sind die 500 MB auch nur in 3G-Qualität.

In Europa benötigt man für angemeldete Telefon-/Internettarife immer einen Wohnsitz. Daher hatten wir uns nach einer Prepaid-Simkarte einfach mal erkundigt. Dank einer netten und wirklich bemühten Dame in einem Handyshop haben wir aber noch eine ganz andere Lösung gefunden. Statt eines Wohnsitzes genügte für einen normalen Vertragsabschluss unsere ETA-Nummer und die Postleitzahl unseres derzeitigen Aufenthalts. Die Rechnungsbegleichung kann auch mit Kreditkarte erfolgen. Auch die Kündigungsmöglichkeiten sind um ein Vielfaches einfacher als bei uns in Europa (wenn schon teuer und technisch na-ja – zumindest der Service stimmt). So wurden wir nun stolze Besitzer eines Handy-/Internet-Vertrags mit ganzen 10GB!



Foto: Planungsarbeiten für die weitere Wegstrecke unserer Weltreise!


Mit diesen Internet-Möglichkeiten konnten wir also unsere Motorrad-Routen weitaus besser planen, als einfach immer "ibahabs" weiterzufahren und nach Montreal steht dann als nächstes Quebec-City bei unserer Weltreise am Plan!


An alle in Montreal: Wir hoffen, wir sehen uns wieder!



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